Forum 6 - Demographischer Wandel in der Medizin: E-Health Professionals gesucht!


Die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens erfordert auch von Ärzten, Medizinischen Fachanagestellten und weiteren Akteuren der Gesundheitsversorgung entsprechende Fachkenntnisse im Umgang mit diesen Techniken. Wie könnten diese Berufsgruppen fit gemacht werden für die digitale Zukunft in ihrem jeweiligen Bereich?

Digital Health Ausbildungskonzepte sind ohne die nötige digitale Infrastruktur wenig zielführend

Friedrich von Kleist

COO

Medservation GmbH, Hamburg

Friedrich von Kleist ist bei MedServation verantwortlich für Venture Development und Operations. MedServation entwickelt für Pharmaunternehmen, Versicherungen und Patientenverbände digitale Healthcare Kommunikationslösungen und Plattformen. Er verfügt über mehrjährige Erfahrung im Bereich Banking und Private Equity mit Schwerpunkt auf Healthcare. Zuvor baute Friedrich von Kleist eine e-Commerce Firma im Gewürzhandel auf. Herr von Kleist studierte International Management an der Grande Ecole ESCP Europe in Paris und Agrarökonomie in Bonn, Kiel, Prag und Hangzhou.


Digitale Versorgungspfade beim Parkinson-Syndrom – tragbare Sensoren und die digitale Zukunft des Gesundheitssystems

Prof. Dr. med. Jochen Klucken
Stellv. Leiter, Oberarzt, Abteilung für Molekulare Neurologie Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen

Prof. Dr. med. Jochen Klucken ist Facharzt für Neurologie mit dem Schwerpunkt Bewegungsstörungen und Parkinson Syndrome. Seit seinem Medizinstudium (1990-96) beschäftigt er sich mit zellbiologischen Fragestellungen erst im Bereich der Arterienverkalkung, seit seiner Facharztausbildung für Neurologie (Facharzt 2007) im Bereich Parkinson. Hier hat er 2002-2005 an der Harvard Medical School, Boston, USA eine postdokturale Ausbildung zum Thema Synucleinoapthien beim Parkinson erhalten und habilitierte zu diesem Thema 2009. Seit 2008 ist er Oberarzt und stellvertretender Abteilungsleiter der Molekularen Neurologie am Universitätsklinikum in Erlangen und betreut dort die Bewegungsambulanz. Seit 2007 entwickelt er Medizin-Technologien – vornehmlich Sensor-basierte Bewegungs-analysesysteme und hat in diesem Bereich federführend sowohl regionale, als auch internationale Konsortien geleitet, die interdisziplinär aus Medizinern, Ingenieuren und Daten-wissenschaftlern bestanden. 2015 gründete er die Arbeitsgruppe „Sensor-basierte Bewegungsanalyse“ der Deutschen Parkinson-Gesellschaft und im gleichen Jahr war er Gründungsmitglied der Arbeitsgruppe Technologie der internationalen Movement Disorder Society. Mittlerweile betreut er als translationaler Mediziner den Bereich Technologie und Telemedizin in unterschiedlichen Fachgesellschaften und politischen Beratungsgremien. Neben über 110 Publikationen (H-Faktor 37) hat er ein Patent im Bereich Sensor-basierte Bewegungsanalyse (pending) und ist bei 4 Ausgründungen beteiligt. Sein Schwerpunkt ist derzeit die Entwicklung eines neuen digitalen Gesundheitsökosystems, welches Daten-getrieben die medizinischen Entscheidungen des Arztes unterstützt und sowohl für den Patienten, als auch für die Gesellschaft zur Verfügung stellt. Dazu hat er seitens der Fraunhofer Gesellschaft eine Attract-Gruppe „Digital Health Pathways“ einwerben können und erhält derzeit über das Bayerische Staatsministerium den Auftrag, ein neues Digital Health Ecosystem im Medical Valley Digital Health Application Center, Bamberg zu entwickeln.


Welche digitalen und ethischen Kompetenzen brauchen Mediziner? Ein Lehrkonzept

Jun.-Prof. Dr. Susanne Michl

Juniorprofessur Medizinethik und Medical Humanities
Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité

 Susanne Michl ist seit Oktober 2017 Juniorprofessorin für Medizinethik und Medical Humanities an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Von 2006 bis 2017 war sie wissenschaftlichen Mitarbeiterin an den Instituten für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsklinika in Tübingen, Greifswald und Mainz, zudem von 2008 bis 2009 am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin (Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“). 2011/2012 hatte sie die Lehrstuhlvertretung von Frau Prof. Claudia Wiesemann, Leiterin der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen inne. Sie leitet ein Lehrprojekt des Gutenberg-Lehrkollegs Mainz „Entscheiden und Handeln am Krankenbett – Vermittlung klinisch-ethischer Kompetenzen mittels Blended-Learning-Formate“.

 

Susanne Michl ist von der Akademie Ethik in der Medizin zertifizierte Ethikberaterin und war Mitglied in den Klinischen Ethikkomitees der Universitätsklinika Greifswald (Geschäftsführung), Göttingen (Stellvertretung Prof. Wiesemann) und Mainz.


Telemedizin – ein (wirtschaftliches) Versorgungskonzept für die Zukunft der Universitätsmedizin?

Alexander Schmidtke
Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und Strategie

Klinikum Augsburg, Augsburg

Herr Alexander Schmidtke ist seit 01.01.2019 Kommissarischer Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Augsburg. 
Von 2009 - 2018 Vorstandsvorsitzender Kommunalunternehmen Klinikum Augsburg und Vorstand Finanzen und Strategie. Nach siebenjähriger Tätigkeit in der Krankenhausbetriebsführung im Bezirksklinikum Obermain war er fünf

Jahre Vorstandsmitglied im Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg.
Vor seinem Wechsel nach Augsburg war er Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführer der St. Vinzenz
Krankenhaus gGmbH Fulda.


Einsatzfelder interaktiver Assistenzroboter - Produkte und Forschungsarbeiten

Dr. rer. pol. Dominik von Stillfried

Geschäftsführer

Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Berlin

Dr. von Stillfried ist seit 2008 Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi). Das Zi ist die Forschungseinrichtung der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in der Rechtsform einer Stiftung. Das Zi konzentriert sich auf Versorgungsforschung mit ärztlichen Abrechnungsdaten und Arzneimittelabrechnungsdaten seiner Träger. Von 1998 bis 2008 leitete Dr. von Stillfried das Dezernat Grundsatzfragen der KBV. Zur KBV kam er nach Tätigkeiten für eine gesetzliche Krankenkasse sowie einen Krankenkassen-Verband. Herr Dr. von Stillfried ist Volkswirt mit Schwerpunkt Gesundheitsökonomie.